und ein erneutes mal für tatkräftige unterstützung sorgen…
tresor
headquarter-dj: marcel heese
e.t.p.* (frankfurt / main)
tuulz (berlin)
batterieraum
phonique (pokferflat / berlin)
daniel rajkovic (bonito house club / berlin)
ab 24 uhr
5 euro
* steht für education through pain, ist ein projekt vom tresor-award-finalisten l.d.b. und fdak (dank kleinschreibungsdogma ist hier der hinweis nötig: f und k normalerweise groß). hauptsache, deren musikalischer anspruch trifft auch auf offene ohren.
review
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nach getaner arbeit kurz vor 1 vor ort, also zumindest den anfang von marcel im keller mitbekommen. man merkt mittlerweile, dass er beim aufbau innerhalb der ersten stunde eine gewisse routine entwickelt hat, die sich auch diesmal – absenz von dubstep-platten sei dank – auch bewährte.
danach e.t.p., beide mit laptop, beide mit ableton, hatten – analog zu surgeon, dead baby in a plastic bag bspw. – auch einige dubstep-sachen im set, verkauften das allerdings unter zuhilfenahme einer abgemilderten 4/4-kickdrum, so dass das publikum damit keine schwierigkeiten bekam. auch sonst extremst kurzweiliges set, genau das, was dem tresor (musikalisch) würdig ist, der anspruch wurde sowieso die gesamte zeit über gewahrt. throbbing gristle durften – wie schon beim l.d.b.-gastspiel letztes jahr – auch nicht fehlen. könnten eigentlich ohne umwege an einem freitag oder samstag spielen, aber nach mir soll’s ja nicht gehen.
tuulz: name war programm. looptechno, mit dem man durchaus hätte arbeiten können – schnelles mixing und dergleichen. blieb allerdings aus, stattdessen eine normale aneinanderreihung. da fiel es nicht schwer, den heimweg anzutreten. im übrigen zum für mich (vorerst) letzten mal aus der köpenicker straße. sicher, als ob der abschied als nicht allzu große dj-leuchte nicht reichen würde, und als ob sich im club nichts getan hätte. man mag mich verbohrt oder verbittert schimpfen, aber das, was man im hellen stroboskop-licht an visagen zu gesicht bekommt, zeigt immer wieder deutlich, dass anspruch und wirklichkeit recht weit voneinander entfernt liegen. sicher waren die leute in den letzten jahren in der leipziger straße auch nicht immer das gelbe vom ei, aber die kleinere location ließ eine intimere atmosphäre zu, in der jeder mehr rücksicht auf den anderen zu nehmen schien. jetzt muss man ob der weitläufigkeit und der damit verbundenen wahllosigkeit bei der türpolitik schauen, dass man niemandem einen falschen blick zuwirft und bleibt daher lieber bei den bekannten gesichtern. da für mich nicht abzusehen ist, wie lange das diktat des schnell generierten euro zu lasten der qualität des publikums noch aufrecht erhalten wird und das ganze für mich im hinblick auf die marke „tresor“ eher nach ausverkauf als nach integrativem szene-treffpunkt aussieht, ist es für mich auch besser, auch als besucher abstand von dem club zu nehmen. eine rückkehr schließe ich nicht aus, aber dazu sollte man sich um den auf shirts und postern beworbenen „spirit“ bemühen, der momentan wohl urlaub macht.
soviel dazu. musikalisch wurde der abschied jedenfalls ganz schön schwer gemacht. den talentierten newcomern und auch residents würde ich es gönnen, dass man in der chefetage schnell mit dem umdenken beginnt.
tja, schade um den club. es stimmt schon, auch früher war das publikum schon nicht immer sehr, öhm, distinguiert, aber die atmosphäre hat es dort wieder zum großen teil wettgemacht. ist ja offensichtlich nun anders, wobei ich da wenig aus eigener erfahrung sprechen kann. trotzdem: gerade das berghain zeigt doch, dass man auch einen großen club füllen kann, obwohl man an der tür streng ist. oder gerade dadurch? vielleicht sollte sich der ein oder andere in der chefetage ein beispiel daran nehmen. fragt sich nur, ob das überhaupt der anspruch der leitung ist. ich erinnere mich an das anfängliche um-6-ist-schluss-dogma, das nun nicht gerade von einem verständnis der hiesigen feier-kultur zeugt…